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Die Reichweite im Kopf
Die diesjährige IAA hat ihre Tore geschlossen, es gab lebhafte Diskussionen, glänzende Neuvorstellungen und traumhafte Zukunftspläne. Doch was bleibt? Bosch-Vorstand Bernd Bohr warnte auf der IAA vor einem “E-Hype” und spricht davon, dass die Elektromobilität “noch in einem embryonalen Zustand” sei. Viele Hersteller tüfteln an neuen Technologien für mehr Effizienz, wie etwa hitzeabweisender Lack. Allgemeine Meinung nach Toresschluss: Ein echter Durchbruch ist lange noch nicht abzusehen – bei den hohen Preisen, die ein Elektroauto bisher kostet, und der eingeschränkten Reichweite des batteriebetriebenen Antriebs.
Der Elektromotor ist ausgereift und serienfertig, einzig der Akku stellt einen unterentwickelten, denn in den letzten 50 Jahren kaum erforschten Bestandteil dar. Dabei setzt der amerikanische Hersteller Tesla seit 2008 einen 56kWh-Akku (Gewicht: 408kg, Preis: 14.000 Euro) in sein Modell Roadster ein. Damit erreicht er eine Reichweite von 350km bei 288PS und 370Nm Drehmoment. Auf die eingesetzten Akkus, gibt Tesla sogar eine 100.000 Meilen-Garantie (160.000km). Das entspricht ca. 450 Vollladezyklen. Ein z.B. im i-Miev verbauter 16kWh-Akku (Gewicht: 200kg, Preis: 10.000 Euro) muss, mit 67 PS, bei einer Reichweite von 150 km beinahe täglich geladen werden.
Doch ist das wirklich das Problem? Ca. 80 Prozent aller Fahrten mit einem Fahrzeug werden unter 100 km absolviert. Als Pendler-, Stadt- oder Zweitauto wäre also die Reichweite vollkommen ausreichend, aber selbst hier ist die Marktakzeptanz verschwindend gering. Das gleiche gilt übrigens für Erdgasfahrzeuge, die eine Reichweite von ca. 250 km haben. Daher muss nicht nur die Industrie weiterdenken, sondern vor allem die Verbraucher. Denn wer die Energiewende will, muss sich, zumindest für eine Zeit, von alten Gewohnheiten und Bequemlichkeiten verabschieden.
Redaktion: Energie Marketing Agentur
Autohandel stellt sich auf Mobilitätswandel ein
Der TÜV SÜD hat gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Technomar bundesweit insgesamt 304 Autohäuser zum Thema „Zukunft des Autohandels“ befragt. Einen deutlichen Wandel sehen danach die Befragten besonders bei den Vertriebswegen und den Antrieben: Internethandel, die eigene Homepage und Social Networks werden für fast 55 Prozent eine immer wichtigere Rolle spielen und den Ausstellungsraum langfristig in den Hintergrund drängen. Mehr als 80 Prozent der Befragten bestätigen, dass es bis 2020 eine Reduktion auf deutlich weniger, dafür aber größere Autohäuser geben wird.
Der Absatz alternativer Antriebstechnologien nimmt aus Sicht der Branchenkenner zu: 2020 wird der Hybridantrieb einen Anteil bei den Neuzulassungen von 21 Prozent erreicht haben. Bereits in den kommenden fünf Jahren erwarten die Fachleute einen Anstieg des bivalenten Antriebs auf 14 Prozent. Inklusive der Gasfahrzeuge erreichen die alternativen Antriebe 2020 mit 47 Prozent den Hauptanteil und liegen nach Einschätzung des Handels dann vor Benzin- und Dieselantrieb
Eine deutliche Verschiebung sehen die Autohaus-Betreiber bei der Gewichtung Neuwagen und Gebrauchtfahrzeuge. 48 Prozent der Befragten rechnen mit einem Anstieg im Gebrauchtwagengeschäft und sieht hier die größten Entwicklungschancen. Fünf Prozent rechnen sogar mit einem starken Zuwachs. Die Zahlen zeigen: Der Mobilitätswandel wird nicht spurlos an der Branche vorüber gehen. Diese Entwicklung wird jedoch nicht nur positiv gesehen: Über 40 Prozent glauben, dass Hybrid, Elektro und Brennstoffzelle negative Auswirkungen für sie haben werden.
Redaktion: Energie Marketing Agentur
Recycling der Lithium-Ionen Batterien
Lithium-Ionen-Batterien sind die Schlüsseltechnologie für Elektroautos. Antriebskonzepte auf der Basis von Lithium-Ionen Batterien bieten eine hohe Energiedichte und einen konstanten Spannungsverlauf während der Entladung. Eine der großen Fragen der Elektromobilität aber ist auch, wie im Anschluss der Nutzung in Fahrzeugen mit den Batterien umgegangen werden soll. Die Produktion ist teuer und energieaufwändig und die Autoakkus sind nach der Nutzung in den Fahrzeugen noch lange nicht am Ende.
So rechnet man bei einer durchschnittlichen 16 kWh fassenden Lithium-Ionen Batterien eines Kleinwagens, dass die Batterie nach einer 10-jährigen Nutzung im Fahrzeug noch 70% ihrer Speicherkapazität haben wird. Dies ist zur Zeit die unterste Grenze zur Benutzung einer Batterie in einem Fahrzeug. Der Sportwagenhersteller Tesla will seine Batterien aufbereiten lassen. Hierzu werden Kobald, Nickel und andere Metalle zu einem hochgradigem Kobald-Lithium-Oxid umgewandelt und so neuen Batterien wieder zugefügt.
Der amerikanische Autobauer General Motors (GM) forscht an verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten aus dem Range-Extender des Chevy Volt. Gemeinsam mit dem Energietechnikunternehmen ABB führt GM bereits Tests durch, bislang jedoch nur im kleinen Laborrahmen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Nutzung der Batterien als Energieversorger bei Stromausfällen und zum Ausgleich von Spannungsschwankungen. Näheres ist allerdings aufgrund der erst 10 Monate alten Kooperation noch nicht zu erfahren.
Redaktion: Energie Marketing Agentur
IAA 2011: Halle der Elektromobilität
Die IAA ist die weltweit wichtigste Mobilitätsmesse. Am 15. September 2011 wird sie von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Frankfurt am Main eröffnet. Neben den vielen Weltpremieren neuer Modelle – keine andere Messe weltweit bietet mehr Innovationen – wird es diesmal eine besondere Premiere geben. Erstmals wird auf dem Messegelände eine ganze Halle dem Thema „Elektromobilität“ gewidmet. Die „Halle der Elektromobilität“ (Halle 4.0) umfasst verschiedene Hersteller von Elektrofahrzeugen, darunter Daimler, Opel, Chevrolet, German E-Cars, Renault, Citroen, Mitsubishi oder Peugeot.
Verschiedene Zulieferer, darunter Bosch und Siemens, sind mit eigenen Ständen präsent. Auch große Unternehmen aus anderen Branchen – wie IBM, BASF, E.ON – und Verbände, darunter ZDK, VDE, sowie Hochschulen, die Gemeinschaftsstände des Landes Hessen und des Freistaats Bayern sind in der Halle der Elektromobilität vertreten. Ebenfalls können Besucher Elektroautos auch auf dem IAA-Gelände probefahren (Freigelände F4).
Dieser branchenübergreifende Auftritt zeigt die sich verändernde Wertschöpfungskette auf und macht deutlich, dass die Mobilität von morgen einer gemeinsamen Kraftanstrengung bedarf, die weit über die bisherigen Grenzen von einzelnen Industriezweigen hinausführt. Es geht um Netzmanagement, regenerative Stromerzeugung, Leichtbau und Leistungselektronik, die Integration in Form von ‚Smart Communities‘, um intermodale Konzepte wie Car-Sharing und Telematik-Dienste sowie nicht zuletzt um die gesamte Energiespeicherfrage. Mehr Informationen zur diesjährigen IAA erhalten Sie hier.
Redaktion: Energie Marketing Agentur













